Utopia e.V. aus Frankfurt (Oder) http://utopiaffo.blogsport.de Verein für antirassistische und antifaschistische Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit Thu, 08 Jun 2017 08:53:29 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Pressemitteilung: „Voller Vorfreude auf die Herausforderungen und Möglichkeiten, die eine Migrationsgesellschaft bietet“ http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/21/pressemitteilung-voller-vorfreunde-auf-die-herausforderungen-und-moeglichkeiten-die-eine-migrationsgesellschaft-bietet/ http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/21/pressemitteilung-voller-vorfreunde-auf-die-herausforderungen-und-moeglichkeiten-die-eine-migrationsgesellschaft-bietet/#comments Sun, 21 May 2017 11:25:10 +0000 Administrator Aktuelles Be­geg­nung-Em­power­ment-Zu­kunft 2017 http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/21/pressemitteilung-voller-vorfreunde-auf-die-herausforderungen-und-moeglichkeiten-die-eine-migrationsgesellschaft-bietet/ Der Uto­pia e.V. wird von Früh­jahr bis Ende des Jah­res das Pro­jekt „Be­geg­nung – Em­power­ment – Zu­kunft“ um­set­zen. Im Rah­men des Pro­jek­tes wer­den Ju­gend­li­che und junge Er­wach­sene mit und ohne Flucht­hin­ter­grund ge­mein­sam ihre Vor­stel­lung ei­ner ge­rech­ten und so­li­da­ri­schen Ge­sell­schaft dis­ku­tie­ren. Nach ei­ner ge­mein­sa­men „Zu­kunfts­werk­statt“ 10.-11. Juni 2017, An­mel­dung un­ter http://www.utopia-ffo.org/future un­ter dem Motto: “The Fu­ture ist still un­writ­ten! Junge Ideen für Frank­furt (Oder)” wer­den sich die Teil­neh­men­den in Se­mi­na­ren und Work­shops, auf Aus­flü­gen und in Dis­kus­sio­nen Fä­hig­kei­ten und Wis­sen an­eig­nen, die sie in die Lage ver­set­zen ein ge­mein­sa­mes Pro­jekt zu rea­li­sie­ren, das sie dann der Öffent­lich­keit vor­stel­len.

„Diese Ge­sell­schaft ver­än­dert sich. Die Men­schen, die aus an­de­ren Län­dern ge­flo­hen sind, um in Deutsch­land bzw. in Frank­furt (Oder) eine wei­tere Hei­mat zu fin­den, wer­den ihre Spu­ren hin­ter­las­sen. Wir sind vol­ler Vor­freude auf die Her­aus­for­de­rung und Mög­lich­kei­ten, die eine Mi­gra­ti­ons­ge­sell­schaft bie­tet. Es ist an der Zeit Mi­gra­tion in ers­ter Li­nie als Chance nicht als Be­las­tung für eine Ge­sell­schaft zu se­hen.“, so Ja­nek Las­sau, Ko­or­di­na­tor des Pro­jekts.

Das Pro­jekt wird un­ter an­de­rem mit Gel­dern der „Bun­des­zen­trale für po­li­ti­sche Bil­dung“ und im Rah­men des Bun­des­pro­gramms „De­mo­kra­tie le­ben!“, durch das Bun­des­mi­nis­te­rium für Fa­mi­lie, Se­nio­ren, Frauen und Ju­gend so­wie aus Mit­teln des Lan­des­mi­nis­te­rium für In­fra­struk­tur und Lan­des­pla­nung, des Städ­te­bau­för­der­pro­gramms „So­ziale Stadt“ und Mit­teln der Stadt Frank­furt (Oder) rea­li­siert.

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http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/21/pressemitteilung-voller-vorfreunde-auf-die-herausforderungen-und-moeglichkeiten-die-eine-migrationsgesellschaft-bietet/feed/
The Future is still unwritten! Junge Ideen für Frankfurt (Oder) http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/18/the-future-is-still-unwritten-junge-ideen-fuer-frankfurt-oder/ http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/18/the-future-is-still-unwritten-junge-ideen-fuer-frankfurt-oder/#comments Thu, 18 May 2017 09:04:19 +0000 Administrator Aktuelles Be­geg­nung-Em­power­ment-Zu­kunft 2017 http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/18/the-future-is-still-unwritten-junge-ideen-fuer-frankfurt-oder/ The Future is still unwritten!
Junge Ideen für Frankfurt (Oder)

- english, dari & arabish version below –

In den letzten Jahren sind viele Menschen, darunter auch viele Jugendliche, aus verschiedenen Ländern nach Deutschland und auch nach Frankfurt (Oder) gekommen, weil sie aus ihren Herkunftsländern fliehen mussten. Wir alle, Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund, leben jetzt gemeinsam in Frankfurt (Oder) und sollten die Stadt auch gemeinsam gestalten.

Du hast Bock, mal was Eigenes auf die Beine zu stellen? In deinem Kopf schwirrt es voller Ideen, was in Frankfurt (Oder) fehlt? Eine Skaterampe oder ein Sportevent? Eine Zeitung von Jugendlichen für Jugendliche oder etwas ganz anderes? Du willst beispielsweise einen Film über Frankfurt drehen oder ein Konzert mit deinen Lieblingsbands organisieren, weißt aber gar nicht wie das geht? Kein Problem, wir können das zusammen lernen.

In einer zweitägigen „Zukunftswerkstatt“ kannst du deine Ideen vorstellen, andere jugendliche Mitstreiter*innen kennenlernen und daran arbeiten, deine Ideen mit ihnen in die Tat umzusetzen. Damit es auch mit der Verständigung so gut wie möglich klappt, können wir auf Dolmetscher*innen für Deutsch, Englisch, Arabisch und Dari zurückgreifen.

Interesse?

Das Projekt richtet sich an Jugendliche zwischen 15-18 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos. Melde dich an unter: utopia-ffo.org/future

Einen Flyer zum Projekt gibt es hier.

The Future is still unwritten!
Young Ideas For Frankfurt (Oder)

During the last years many people, part of them teenagers, of different origins came to Germany and Frankfurt (Oder) because they had to flee their homecountries. With or without refugee background, we´re all living together in Frankfurt (Oder) now and should organize our daily life in this city together!

You would like to build something by yourselve? Your head is full of ideas about what is missing in Frankfurt (Oder)? A halfpipe or a sports-event? A magazine made by young people for the youth or even something completely different? You would like to make a movie about Frankfurt or organize a concert with your favorite band for example, but you don’t know how to? No problem we can take it on together.

In a two days lasting „Future Workshop“ you can present your ideas, get to know other teenaged fellows and work on making your dreams come true. In order to enhance our communication and comprehention we will have translators for German, English, Arabic and Dari amongst us.

Interested?

The project is aimed at teenagers between 15-18 years. Participation is for free. Apply under: utopia-ffo.org/future

آیند هنوز نانوشته است
اندیشه های جوانان برای فرانکفورت اودر

درجریان سال های گذشته بسیاری از مردم که تعدادی از آنها نوجوانان
میباشند، از نقاط مختلف به آلمان و فرانکفورت اودر آمدند, زیرا آنها
مجبور به فرار از وطنشان شدند. با یا بدون پیشینه پناهندگی.هم اکنون ما همه
با هم در فرانکفورت اودر زندگی میکنیم وباید زندگی روزمره خود را در این
شهر باهم سازماندهی کنیم

آیا دوست دارید چیزی را خودتان بسازید؟ ذهن شما پر از ایده های است در
مورد اینکه چه چیزهایی در فرانکفورت اودر بدست نیامده است؟ اسکیت شیب دار
و یا یک رویداد ورزشی؟ روزنامه‌های جوانان برای جوانان ویا حتی یک چیزی
کاملا متفاوت؟ شما میخواهید به عنوان مثال یک فیلم در مورد فرانکفورد اودر
ویا یک کنسرت با گروهای مورد علاقه ی خود برگزار کنید، اما هیچ نمی دانید
که چه طور این کار انجام شود؟ مشکلی نیست،ما میتوانیم باهم در یک ورکشاپ
آموزشی دوروزه در آیندها بیاموزیم

شما می‌توانید ایده های خود را بیان کنید، با دیگر همراهان نوجوانان آشنا
شوید و دیدگاه هایتان را به اشتراک گذاشته و با ارتباطات خود آن را عملی
سازید. برای به حقیقت پیوستن رویاهایتان تلاش کنید. به منظور افزایش
ارتباطات و درک مطلب بهتر ، برای زبانهایی آلمانی، انگلیسی، دری و عربی
مترجم خواهیم داشت
علاقمند هستید.!؟
این پروژه برای نوجوان در ردهای سنی ۱۵ تا ۱۸ سال میباشد
مشارکت به صورت رایگان
درخواست در لینک زیر

The Future is still unwritten!
‫غيرمكتوب‬ ‫يزال‬ ‫ل‬ ‫!المستقبل‬
‫أودر‬ ) ‫لفرانكفورت‬ ‫الشباب‬ ‫أفكار‬ )
‫من‬ ‫العديد‬ ‫ذلك‬ ‫في‬ ‫بما‬ ،‫الناس‬ ‫من‬ ‫كثير‬ ‫حضر‬ ،‫الخيرة‬ ‫السنوات‬ ‫في‬
، ( ‫أودر‬ ) ‫فرانكفورت‬ ‫و‬ ‫ألمانيا‬ ‫إلى‬ ‫البلدان‬ ‫مختلف‬ ‫من‬ ‫الشباب‬
. ‫منه‬ ‫لبد‬ ‫كان‬ ‫الصلية‬ ‫بلدانهم‬ ‫من‬ ‫الفرار‬ ‫لن‬
( ‫أودر‬ ) ‫فرانكفورت‬ ‫في‬ ‫سوية‬ ‫الن‬ ‫نعيش‬ ،‫اللجوء‬ ‫خلفية‬ ‫وبدون‬ ‫مع‬ .‫الشباب‬ ‫جميعا‬ ‫ونحن‬
‫معا‬ ‫المدينة‬ ‫نشكل‬ ‫أن‬ ‫أيضا‬ ‫ينبغي‬ ‫و‬
‫رأسك‬ ‫في‬ ‫؟؟؟‬ ‫بيك‬ ‫خاص‬ ‫شي‬ ‫تخصص‬ ‫أن‬ ‫؟؟؟‬ ‫مزاج‬ ‫لديك‬
‫؟‬ ( ‫أودر‬ ) ‫فرانكفورت‬ ‫في‬ ‫المفقودة‬ ‫الفكار‬ ‫من‬ ‫كثير‬
‫تزلج‬ ‫منحدر‬
‫أو‬ ‫للشباب‬ ‫الشباب‬ ‫صحيفة‬ ‫رياضي؟‬ ‫حدث‬ ‫أو‬
،‫فرانكفورت‬ ‫عن‬ ‫فيلم‬ ‫عمل‬ ،‫المثال‬ ‫سبيل‬ ‫على‬ ،‫تريد‬ ‫آخر؟‬ ‫شيء‬
،‫لديك‬ ‫المفضلة‬ ‫الفرق‬ ‫مع‬ ‫موسيقي‬ ‫حفل‬ ‫تنظيم‬ ‫أو‬
. ‫معا‬ ‫نتعلم‬ ‫أن‬ ‫يمكننا‬ ،‫مشكلة‬ ‫توجد‬ ‫ل‬ ‫ذلك؟‬ ‫تفعل‬ ‫كيف‬ ‫تعرف‬ ‫ل‬ ‫ولكن‬
‫أفكارك‬ ‫عرض‬ ‫يمكنك‬ ‫يومين‬ ‫لمدة‬ “ ‫المستقبل‬ ‫عمل‬ ‫ورشة‬ “ ‫في‬
. ‫معهم‬ ‫أفكارك‬ ‫تنفيذ‬ ‫على‬ ‫العمل‬ ‫و‬ ‫الخرين‬ ‫الشباب‬ ‫على‬ ‫التعرف‬ ‫و‬
‫على‬ ‫نعول‬ ‫أن‬ ‫نستطيع‬ ،‫ممكن‬ ‫وجه‬ ‫أفضل‬ ‫على‬ ‫بينكم‬ ‫التواصل‬ ‫يكون‬ ‫أن‬ ‫أجل‬ ‫من‬
. ‫والداري‬ ‫والعربية‬ ‫والنجليزية‬ ‫اللمانية‬ ‫في‬ ‫مترجمين‬
‫مهتم؟‬
‫ال‬ . ‫عاما‬ 18 – 15 ‫بين‬ ‫أعمارهم‬ ‫تتراوح‬ ‫الذين‬ ‫الشباب‬ ‫إلى‬ ‫المشروع‬ ‫ويهدف‬
‫السفل‬ ‫في‬ ‫الدخول‬ ‫تسجيل‬ . ‫مجانية‬ ‫المشاركة‬

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Fest der Nachbar*innen am 20. Mai! http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/09/fest-der-nachbarinnen-am-20-mai/ http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/09/fest-der-nachbarinnen-am-20-mai/#comments Tue, 09 May 2017 13:51:41 +0000 Administrator Aktuelles http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/09/fest-der-nachbarinnen-am-20-mai/ Hiermit seid ihr herzlich zu unserem „Hoffest der Nachbar*innen“ am Samstag, den 20.05.2017, von 15:00 bis 21:00 Uhr eingeladen! Wir wollen gemeinsam mit euch eine schöne Zeit bei Spiel und Spaß, Musik (live & aus der Konserve) und Buffett & Bar verbringen. Wo? Auf dem Hof der Berliner Str. 24!

Wir freuen uns über euer Kommen!

Antifaschistische Grüße-
die Leute vom Utopia e.V.

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Rede zum Tag der Befreiung am 8. Mai http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/09/rede-zum-tag-der-befreiung-am-8-mai/ http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/09/rede-zum-tag-der-befreiung-am-8-mai/#comments Tue, 09 May 2017 13:49:53 +0000 Administrator Aktuelles http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/09/rede-zum-tag-der-befreiung-am-8-mai/ An dieser Stelle dokumentieren wir den Redebeitrag des Utopia e.V. anlässlich der Feierlichkeiten in Frankfurt (Oder) zum 72. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Anwesende,

zunächst möchte ich mich bei den Veranstalter_innen bedanken, dass sie mir die Gelegenheit geben, heute hier sprechen zu können. Ich bin, wie erwähnt, Mitglied des Frankfurter Vereins Utopia. Wir leisten seit 1998 im Zeichen von Antifaschismus und Antirassismus Bildungs-, Kultur-, Jugend- und Beratungsarbeit.

Wir sind eine Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher sozialer Hintergründe, die sich Woche für Woche dafür einsetzen, diese Welt zu einer lebenswerteren zu machen. Damit sind wir mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Wir sehen uns selbst als Antifaschist_innen, die die Erinnerung an die Schrecken des Nationalsozialismus wach halten wollen. Den Aufstieg der AfD und die Verschiebung des Diskurses nach Rechts, der Anstieg rassistischer Gewalt, die Wahlerfolge von Trump, Erdogan, Le Pen und Putin, den Brexit, die wachsende EU-Skepsis zugunsten eines starken Nationalismus in Europa, den Krieg in Syrien und der Ukraine, betrachten auch wir mit Sorge. Ohne die unterschiedlichen Nuancen verwischen zu wollen, stehen diese Menschen, Ereignisse oder Schlagworte für eine Welt, die wir so nicht wollen. Sie bilden den großen Rahmen für unsere Politik, die wir auf dem Boden dieser Stadt praktizieren – wenn wir etwa über die Ideologie der Frankfurter AfD aufklären, Betroffene rechter Gewalt betreuen oder uns neonazistischen Aufmärschen in den Weg stellen.

Wir arbeiten mit mal mehr, mal weniger Ressourcen daran, die Welt gerechter, friedlicher, solidarischer zu machen. Doch in den letzten Jahren frage ich mich vermehrt: Wie wirksam ist das eigentlich? Worin liegen die Ursachen dafür, dass sich die Welt so zunehmend düster gestaltet?

Ich kann Ihnen – und auch mir selbst – hier leider nicht die umfassende Antwort auf diese Fragen liefern, und Ihnen – und mir – auch nicht den genauen Weg zu einer besseren Welt weisen. Das sage ich nicht, weil ich um eine Antwort verlegen bin, sondern weil ich glaube, dass unsere linken Antworten nicht einfach sind. Richtig sind sie zwar, aber nicht einfach.

Ich habe mich dazu entschieden, in der Kürze der Zeit zumindest zu versuchen, einige Erklärungsansätze zu formulieren.

In der hiesigen Debatte, in Gesprächen ebenso wie in den linken Medien, findet sich zu den Ursachen des erstarkenden Nationalismus und Rassismus doch einiges:

Sehr beliebt ist die Frage, ob wir als Linke (Partei oder Bewegung) eine falsche Politik gemacht haben. Haben wir – so die Erzählung beispielsweise in der Tageszeitung „Neues Deutschland“ – die Klasseninteressen der Unterschicht vernachlässigt und sie daher in die Arme rechter Parteien getrieben? Hat sich die radikale Linke zu stark einer Identitätspolitik gewidmet, die bei den Themen Rassismus und Sexismus eine politische Korrektheit einfordert, die „die da unten“ eher abschreckt? Die Unterschicht – so die Annahme – wähle rechte, faschistische Parteien, weil die Linke keine alternativen Angebote bereithielte. Anders gesagt: die Unterschicht artikuliere mit der Wahl rechter Parteien ein soziales und ökonomisches Bedürfnis.

Oder – eine andere These – liegt der Hang zu Rassismus und autoritärem Denken in der Bildungsferne begründet, wie es uns linksliberale Medien Glauben machen wollen? Müsste man die Menschen nur besser bilden und aufklären, damit sie aufhören, Nicht-Deutsche zu hassen?
Beide Positionen – es gibt sicherlich Zwischentöne, aber bleiben wir grob bei diesen beiden – gehen von falschen Annahmen aus, die ich im folgenden benennen werde:

Erstens wählt „die Unterschicht“ nicht in solcher Reinform rechte Parteien. Das Klientel bei AfD, Trump und Co. besteht natürlich auch aus ihnen, aber eben nicht zum überwiegenden Teil. Die gut Situierten bilden das Stammkapital dieser rechten Bewegungen. Die Unterschicht zieht ihre Konsequenzen aus der neoliberalen Politik der vergangenen Jahrzehnte eher darin, dass sie gar nicht wählen geht.

Zweitens ist es schon ein starkes Stück, jenen, die sich seit Jahren für die Belange der Entrechteten, sozial Deklassierten und Armen einsetzen, vorzuwerfen, dass sie sich nicht genügend den Belangen der unteren Schichten annehmen. Ob es sich nun um Geflüchteteninitiativen, um die Harzt-IV-Beratung oder linke Gewerkschafter_innen handelt– die Linke (die Partei ebenso wie dieBewegung) steht meiner Meinung nach als einzige für Solidarität mit den gesellschaftlich Diskriminierten und Gedemütigten ein. [1]

Drittens: Rassismus ist kein Problem der Dummen. Seit Jahr und Tag beten wir die Erkenntnisse der Heitmeyer-Studie herunter, nämlich dass faschistische Denkmuster (Rassismus, Hang zum autoritären Denken und Diskriminierung aller jenseits der sogenannten Normalität) überall in der Gesellschaft zu finden sind. Und nun sollen es plötzlich überall die Armen sein, die gegen Geflüchtete Stimmung machen?

Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Es gibt Rassismus in der Unterschicht. Wer sich die Nazi-Demonstrationen der letzten Jahre in unserer Stadt angeschaut hat, weiß, wovon ich rede. In einer Stadt mit solch einer Armuts- und Arbeitslosenquote ist es aber nunmal so, dass Armut und Rassismus zusammenfallen und uns nicht ständig der Mittelständler mit faschistischem Weltbild über den Weg läuft.

Der Aufstieg der rechten Parteien hat meiner Meinung seine Ursachen in folgendem:

Erstens: Zu einem weiten Teil besteht das Wählerklientel der Rechten aus Menschen mit mittlerem Bildungsabschluss, Akademiker_innen, Unternehmer_innen und anderen Angehörigen der Mittel- und Oberschicht. Sie befürworten klar den neoliberalen Kurs der rechten Parteien, sie wählen bewusst jene, die ihre wirtschaftlichen Interessen schützen.

Zweitens: Zu einem weiteren Teil besteht das Wählerklientel aus den Abgehängten, aus jenen, denen der soziale Abstieg droht oder die zumindest glauben, dass ihnen dieser droht. Sie wählen rechts in der Aussicht auf Gehör, auch aus Protest oder weil die Linke für sie nicht wählbar ist. Die bis dato regierenden Parteien haben sich von einer Politik für die Unterschicht und untere Mittelschicht abgewendet. Sie vertreten – seit jeher oder seit einiger Zeit – neoliberale Positionen. Wer es nicht selbst schafft, aufzusteigen, ist selbst dran schuld, so die Botschaft an „die da unten“.

Drittens: Zu einem weiteren Teil besteht das Wählerklientel der Rechten aus jenen, die eine bewusste, mündige Wahl für den Faschismus treffen. Unabhängig von ihrem und manchmal sogar gegen ihren Klassenstandpunkt. Sie werden angezogen von dem propagierten Nationalismus, dem Rassismus, der völkischen Ausstrahlung, dem autoritären Stil, den dort vertretenen Verschwörungstheorien. Thomas Ebermann, Autor in der Zeitschrift Konkret, sprach kürzlich davon, dass es die systembedingte Verrohung ist, die Menschenfeindlichkeit hervorrufen kann. Er bezieht sich dabei auf die kritische Theorie und ihre Feststellung, dass der moderne Kapitalismus den Faschismus hervorbringt bzw. hervorbringen kann, unabhängig von der Klassenzugehörigkeit. [2]

Wenn man sich also das Wählerklientel rechter Parteien und Bewegungen anschauen, wird klar, dass sich Menschen für die faschistische Idee unterschiedlich mobilisieren lassen. Daher ist die Frage, wer die faschistische Trägerschicht ist, nicht leicht zu beantworten. Und offenbar lässt sich im Neoliberalismus ganz unterschiedlich für diese Ideologie Anhänger_innen gewinnen. (über die Gewinner, die Mittelschicht; über die Abgehängten, die Angst; unabhängig von den Klasseninteressen, über Rassismus).

Ich möchte nun versuchen, zwei Antworten auf die Frage zu finden: Was können wir als Linke tun, um den weiteren Aufstieg des Faschismus zu verhindern?

Wir müssen klare Kante zeigen gegen die AfD – sowohl weil sie nationalistisch und rassistisch ist, als auch, weil sie neoliberal ist. Dazu gehört auch, die sogenannten „Sorgen“ der Bürger_innen als rassistische Vorurteile zu benennen und zu ächten, anstatt sie mit einem eigenen „nationalen Denken“ einzufangen. Es kann mir niemand mehr ernstlich Glauben machen, die Geflüchteten seien Schuld an den schlimmen sozialen Zuständen!

Wir müssen es schaffen, den barbarischen Charakter des neoliberalen kapitalistischen Wirtschaftssystems offenzulegen und zu vermitteln. Dazu gehört auch, gegen den Klassismus der regierenden Parteien oder den offiziellen Medien Stellung zu beziehen. Ein System, das auf Konkurrenz setzt, und das letztlich auch die physische Ausschaltung des Gegenübers als Option enthält, kann für uns Linke keine Option sein. Wir müssen die weltweiten Ausbeutungsverhältnisse kritisieren und die Alternativen aufzeigen. Kapitalismus ist von Menschen gemacht, und kein in Stein gemeißeltes Prinzip. Daher müssen wir politische Visionen weiterentwickeln und den Menschen näher bringen. Diese Visionen müssen auf Prinzipien der Gleichheit, Gerechtigkeit, internationalen Solidarität und umfassenden Teilhabe beruhen. Unsere Prinzipien als Linke müssen dem antinationalen Humanismus dienen, denn dieser macht uns aus.

Dafür stehe ich gerade hier und heute, am Denkmal für die sowjetischen Soldatinnen und Soldaten, am Tag der Befreiung. Damit wir nicht vergessen, was passiert, wenn Faschismus zur Mehrheitsmeinung wird.

Vielen Dank.

[1] Vereinsintern besteht bei diesem Punkt keine Einigkeit – insbesondere, seitdem sich der Parteiflügel um Sahra Wagenknecht mit nationalen Parolen hervortut, oder weil es unter der rot-roten Brandenburger Landesregierung zu Abschiebungen, beispielsweise nach Afghanistan, kommt. Wir möchten daher betonen, dass es sich hierbei nicht um eine Wahlempfehlung für DIE LINKE handelt.
[2] Vgl. Thomas Ebermann, Die Nationale. Wie rechte Linke für die Rückkehr zu nationaler Souveränität und Kleinstaaterei in Europa werben, und Ders., Die nächste Barbarei. Haben Fehler und Versagen der Linken den Aufstieg der Rechten befördert?, in: konkret 3/2017 und 4/2017, S. 12-17 und S. 28-33.

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http://utopiaffo.blogsport.de/2017/05/09/rede-zum-tag-der-befreiung-am-8-mai/feed/
Infoveranstaltung am 10.3.: Spion*in unter Freund*innen – Verdeckte Ermittler*innen in Sozialen Bewegungen http://utopiaffo.blogsport.de/2017/02/22/infoveranstaltung-am-10-3-spionin-unter-freundinnen-verdeckte-ermittlerinnen-in-sozialen-bewegungen/ http://utopiaffo.blogsport.de/2017/02/22/infoveranstaltung-am-10-3-spionin-unter-freundinnen-verdeckte-ermittlerinnen-in-sozialen-bewegungen/#comments Wed, 22 Feb 2017 09:35:56 +0000 Administrator Aktuelles http://utopiaffo.blogsport.de/2017/02/22/infoveranstaltung-am-10-3-spionin-unter-freundinnen-verdeckte-ermittlerinnen-in-sozialen-bewegungen/ Fälle von verdeckten Ermittler*innen wie Simon Brenner, Iris Plate, Maria Böhmichen und Mark Kennedy tauchen in trauriger Regelmäßigkeit in der Geschichte des politischen Aktivismus auf. Doch was sind ihre Methoden und wie gehen sie vor, um Vertrauen zu wecken und Freundschaften zu schließen? Darüber wollen wir mit Jason Kirkpatrick sprechen und wollen auch einige falsche Vorstellungen über Spitzel entlarven.
Jason war lange Zeit mit Mark Kennedy befreundet, der als verdeckter Ermittler in die englische Klimabewegung eingeschleust wurde. Darüber hinaus beschäftigte sich Mark Kennedy auch mit der Anti-G8 Protestbewegung im Jahr 2007, sowie mit der Antifa- und Tierrechts-Bewegung. Jason ist auch einer von 170 Zeug*innen gegen Spitzel für den unabhängigen “Untersuchungsausschuss zu verdeckten Ermittler*innen” (“Undercover Policing Inquiry” – UCPI.org.uk).
Jason zeigt auch kurze Ausschnitte seines aktuellen Dokumentarfilm-Projektes Spied Upon.

Freitag, 10. März, 18:00 Uhr
Kontaktladen, Berliner Str. 24

unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg, Regionalbüro Cottbus

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BOrG: Aufruf zur Prozessbeobachtung in Frankfurt (Oder) http://utopiaffo.blogsport.de/2016/12/03/borg-aufruf-zur-prozessbeobachtung-in-frankfurt-oder/ http://utopiaffo.blogsport.de/2016/12/03/borg-aufruf-zur-prozessbeobachtung-in-frankfurt-oder/#comments Sat, 03 Dec 2016 16:00:52 +0000 Administrator Aktuelles http://utopiaffo.blogsport.de/2016/12/03/borg-aufruf-zur-prozessbeobachtung-in-frankfurt-oder/ Seit dem 26. Oktober wird am Amtsgericht Frankfurt (Oder) wegen eines rassistischen Übergriffs auf fünf syrische Geflüchtete im März 2015 verhandelt. Bis auf eine Einlassung kam es zu keiner weiteren Aussage der neun Angeklagten. Im Gerichtsgebäude wurden Prozessbeobachter*innen im bisherigen Verlauf bedroht und eingeschüchtert. Die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt Frankfurt (Oder), BOrG, ruft für den 7. und 20. Dezember zur Beobachtung der weiteren Verhandlungstage auf.

In der Nacht vom 20. auf den 21. März 2015 kam es zu einem brutalen, offensichtlich rassistisch motivierten Übergriff im Frankfurter Stadtteil West. Zuvor verbrachten neben den neun Angeklagten auch fünf syrische Asylsuchende den Abend in einer Shisha-Bar im Neubaugebiet Neuberesinchen. Im Zuge einer dort stattfindenden Geburtstagsfeier skandierten zahlreiche Gäste rassistische und eindeutige rechte Parolen und riefen zu Gewalt gegen die im Wohnheim Oderlandkaserne untergebrachten Geflüchteten auf. Der Betreiber der Shisha-Bar verständigte daraufhin die Polizei. Nach deren Eintreffen und der Sondierung der Lage wurden keine weiteren polizeilichen Maßnahen gegen die teilweise alkoholisierten und aggressiven Gäste vorgenommen. Als die fünf syrischen Gäste nach Hause liefen, wurden sie von den neun mutmaßlichen Täter*innen verfolgt und später zwei von ihnen mit einer Eisenstange, Schlägen und Tritten angegriffen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wirft den neun 19 bis 25 Jahre alten Angeklagten gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung, das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung vor. Am vergangenen Mittwoch fand der mittlerweile 5. Verhandlungstag des Prozesses statt. Im Zuge der Beweisaufnahme wurden zahlreich Zeug*innen gehört. Darunter Polizeibeamt*innen, Gäste und Mitarbeiter*innen der Shisha-Bar, sowie Anwohner*innen, die per Notruf die Polizei über verdächtige Geräusche und den Übergriff informierten.

Bis auf eine Person schwiegen die weiteren acht Angeklagten bisher zu den Vorwürfen. In seiner Einlassung gab der geständige Beschuldigte Fabian S. zwar zu, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, einen konkreteren Tathergang konnte er aufgrund von vermeintlichen Erinnerungslücken jedoch nicht schildern. Des Weiteren beschuldigte er die Betroffenen, sich in der Bar „daneben benommen zu haben“ und selbst provokant aufgetreten zu sein. Was die Beklagten als provozierend empfanden, schilderte ein als Zeuge geladener Bereitschaftspolizist, der die Vernehmungen nach den Festnahmen leitete. Dass die syrischen Gäste in der Bar mit einem 50€-Schein bezahlten und Smartphones besitzen, führte laut Vernehmungsaussage des Beschuldigten Danny J. zu den rassistischen Beleidigungen und Einschüchterungen durch die Angeklagten. Eben jener Beschuldigte gab in der Vernehmung auch ein umfassendes Schuldeingeständnis ab und nannte den vernehmenden Beamt*innen nach seiner Festnahme alle Beteiligten beim Namen. Aus den Vernehmungen ergaben sich neben einigen entlastenden Aussagen auch weitere Beschuldigungen der Angeklagten untereinander. Mindestens zwei der Beschuldigten sind zudem wegen rechten Delikten einschlägig vorbestraft. Der Angeklagte Steven S. befindet sich außerdem seit Längerem in Untersuchungshaft.

Nach den bisherigen Beobachtungen scheint die Staatsanwaltschaft und das zuständige Gericht ein rassistisches Tatmotiv der Angeklagten zu berücksichtigen. Am nächsten Verhandlungstag werden dann die Abschlussplädoyers der Anwälte erwartet. Auch die Jugendgerichtshilfe soll Einschätzungen zu den Beschuldigten abgeben. Ob es am 20. Dezember schon zu einer Urteilsverkündung kommt, ist unklar und hängt davon ab, ob noch weitere Beweisaufnahmen getätigt werden müssen.

In den vorherigen Verhandlungstagen kam es zu eindeutigen Beleidigungen und Einschüchterungen gegen Prozessbeobachter*innen durch Neonazis im Publikum. Wir als lokale Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt rufen nicht nur deshalb zu einer weiteren Beobachtung des Prozesses auf. Wir möchten den Betroffenen unterstützend und solidarisch zur Seite stehen und darauf hinweisen, dass es im Zuge der rassistischen Mobilisierungen der letzten zwei Jahre einen spürbaren Anstieg rassistisch- und rechtsmotivierter Gewalt in Frankfurt gibt.

Die weiteren Verhandlungstage im Überblick:

07. Dezember 2016, 09:00 Uhr, Saal 007
20. Dezember 2016, 09:00 Uhr, Saal 007

im Amtsgericht Frankfurt (Oder), Müllroser Chaussee 55, 15236 Frankfurt (Oder)

Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt des Utopia e.V.
Frankfurt (Oder), den 3.12.2016

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http://utopiaffo.blogsport.de/2016/12/03/borg-aufruf-zur-prozessbeobachtung-in-frankfurt-oder/feed/
DIY Workshop zum Bauen von Virtual Reality Brillen am 10.12. http://utopiaffo.blogsport.de/2016/12/03/diy-workshop-zum-bauen-von-virtual-reality-brillen-am-10-12/ http://utopiaffo.blogsport.de/2016/12/03/diy-workshop-zum-bauen-von-virtual-reality-brillen-am-10-12/#comments Sat, 03 Dec 2016 15:58:51 +0000 Administrator Aktuelles http://utopiaffo.blogsport.de/2016/12/03/diy-workshop-zum-bauen-von-virtual-reality-brillen-am-10-12/ Macht euer Smartphone zu Virtual Reality Brille!
Durch das Herstellen einer eigenen VR-Brille werden das Thema und die Technik begreifbar. Ihr baut in diesem Workshop eine eigene Datenbrille mit einem Pappgehäuse, zwei optischen Linsen und dem eigenen Smartphone als Virtual-Reality-Display. Wir verwenden dabei möglichst nicht mehr benötigte Materialien wieder und geben ihnen damit einen neuen Verwendungszweck, statt sie wegzuwerfen. Dieser Workshop ist für alle was, die gern basteln und neue Medien mögen. Meldet euch bitte über dieses Formular für den Workshop an. Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt.

Bringt bitte Folgendes selbst mit:
- Pappkarton von der Größe und Dicke einer Pizzaschachtel
- euer Smartphone
- Selbstkostenbeitrag von 3 EUR für die Linsen, Klettverschlüße und Kleber
- optional, wenn ihr zufällig da habt: 2 PET Einwegflaschen, Cutter-Messer oder Skalpel

Wann? Samstag, 10.12.2016, 11:00
Wo? Repair-Café, Große Scharnstraße, Frankfurt (Oder)
Dauer? 4h

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Neonazis gedenken gescheitertem Hitlerputsch am 9.11. http://utopiaffo.blogsport.de/2016/11/16/neonazis-gedenken-gescheitertem-hitlerputsch-am-9-11/ http://utopiaffo.blogsport.de/2016/11/16/neonazis-gedenken-gescheitertem-hitlerputsch-am-9-11/#comments Wed, 16 Nov 2016 20:30:43 +0000 Administrator Aktuelles http://utopiaffo.blogsport.de/2016/11/16/neonazis-gedenken-gescheitertem-hitlerputsch-am-9-11/ Wie schon öffentlich bekannt geworden, verübten Neonazis am Abend des 9.11.2016 an mehreren Orten in Frankfurt (Oder) Anschläge auf den öffentlichen Anstand. Nur Stunden nach dem Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Pogrome des 9. Novembers 1938 am Ort der zerstörten Synagoge drapierten sie Grablichter vor der jüdischen Gemeinde, dem Backdoor und dem Utopia e.V. Auf einem Ausdruck war zudem ein schlechtes Gedicht zu lesen („In München war‘n viele dabei […] Es traf […] Deutsche Helden das tödliche Blei“), gewidmet den „Märtyrern“ des Hitlerputsches.

Schon am 23. Februar dieses Jahres mussten wir am Todestag der Neonazi-Symbolfigur Horst Wessel ein vor unserem Haus abgestellten Trauerblumenstrauß und ein Grablicht entsorgen. So verstörend aber harmlos diese symbolischen Aktionen auf den ersten Blick scheinen mögen, so sehr deuten sie jedoch auf ein sich stetig radikalisierendes, vermutlich jugendliches, Neonazi-Milieu in Frankfurt (Oder). Hier konstituiert sich eine Gruppe von Neonazis, die die Muße haben, sich durch Online-Nazienzyklopädien zu klicken und ihre kruden Geschichtsphantasien der Öffentlichkeit anzubieten. An den realen Orten des alltäglich gelebten Widerstands gegen den heutigen Faschismus – wie der jüdischen Gemeinde sowie den Räumen alternativer und antifaschistischer Jugendkultur – zeigen sie ihre Präsenz und die Tradition ihrer Menschenverachtung.

Die antifaschistischen Akteur_innen der Stadt sind gefragt, diesem sich etablierenden Milieu das Wasser abzugraben. Ihre Verherrlichung des Holocausts und ihre Huldigung zerstörter Leben darf nicht unwidersprochen bleiben!

Frankfurt (Oder), den 16.11.2016

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Theaterstück zum NSU-Komplex am 17.11. in Frankfurt (Oder) http://utopiaffo.blogsport.de/2016/11/15/theaterstueck-zum-nsu-komplex-am-17-11-in-frankfurt-oder/ http://utopiaffo.blogsport.de/2016/11/15/theaterstueck-zum-nsu-komplex-am-17-11-in-frankfurt-oder/#comments Tue, 15 Nov 2016 13:34:14 +0000 Administrator Aktuelles http://utopiaffo.blogsport.de/2016/11/15/theaterstueck-zum-nsu-komplex-am-17-11-in-frankfurt-oder/ Der Utopia e.V. zeigt am Donnerstag, den 17.11. um 18:00 Uhr in Kooperation mit dem Demokratischen JugendFORUM Brandenburg e.V. das Theaterstück „A wie Aufklärung“. Die Schauspieler_innen des nö theaters aus Köln machen im Rahmen ihrer fünftägigen Tour durch Brandenburg an diesem Abend Halt im Modernen Theater Oderland (Ziegelstraße 28a). Nach dem mehrfach ausgezeichneten Stück „V wie Verfassungsschutz“ im Jahr 2012 befasst sich das nö theater auch in ihrem neuen Stück mit dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) und der Verwicklung der Verfassungsschutzbehörden in diesen Komplex.

Auch wenn die Aufklärungsversuche rund um den NSU seit längerem kaum in den Medien präsent sind, so sind sie noch lange nicht abgeschlossen. In „A wie Aufklärung“ werden die Taten des NSU wieder aus dem Aktenschrank geholt und von verschiedenen Seiten betrachtet. Trotz aller Versprechungen sind auch 5 Jahre nach der Selbstenttarnung der Neonazis noch viele Fragen offen. Das nö theater leistet eine Anregung zur Klärung dieser Fragen. Dabei geht es stets darum, die Perspektive der Betroffenen zu stärken.

Das Demokratische JugendFORUM Brandenburg e.V. hat in Kooperation mit verschiedenen Vereinen und Initiativen aus fünf Städten diese Theatertour durch Brandenburg organisiert. Die weiteren Termine sind:

16.11. Cottbus – Familienhaus Cottbus – 19 Uhr
Am Spreeufer 14-15, 03044 Cottbus (in Kooperation mit Cottbus Nazifrei)

17.11. Frankfurt (Oder) – Modernes Theater Oderland – 18 Uhr
Ziegelstraße 28a, 15230 Frankfurt (Oder) (in Kooperation mit Utopia e.V.)

18.11. Strausberg – Gemeindesaal – 19 Uhr
Große Straße/Jungfernstraße, 15344 Strausberg (in Kooperation mit dem
Alternativen Jugendprojekt 1260 e.V.)

19.11. Neuruppin – Altes Gymnasium – 18 Uhr
Am alten Gymnasium 1-3, 16816 Neuruppin (in Kooperation mit dem JWP
Mittendrin e.V.)

20.11.Bernau – Club am Steintor – 17 Uhr
Berliner Straße 1, 15321 Bernau (in Kooperation mit dem Netzwerk für
Weltoffenheit)

Der Eintritt ist frei.
Einlass ist eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung.

Frankfurt (Oder), den 15.11.2016

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Veranstaltungen im Oktober & November http://utopiaffo.blogsport.de/2016/10/18/veranstaltungen-im-oktober-november/ http://utopiaffo.blogsport.de/2016/10/18/veranstaltungen-im-oktober-november/#comments Tue, 18 Oct 2016 16:08:08 +0000 Administrator Aktuelles http://utopiaffo.blogsport.de/2016/10/18/veranstaltungen-im-oktober-november/ Im Oktober und November erwarten euch viele Veranstaltungen. Los geht es am Samstag, den 22. Oktober

22.10. 19 Uhr Kontaktladen Berliner Str. 24
“Preuß‘ mich nicht voll!”
Filmvorführung mit anschließender Tanzveranstaltung “Democratic Disco”

04.11. 19 Uhr Kontaktladen Berliner Str. 24
Buchvorstellung:
“Konzentrationslager Buchenwald 1937 bis 1945. Kleines Lexikon”
mit Gerhard Hoffmann (VVN-BdA Frankfurt (Oder))

09.11. 18 Uhr Brunnenplatz
Gedenkkundgebung zum 78. Jahrestag der Reichspogromnacht Synagogengedenkstein

11.11. 19 Uhr Kontaktladen Berliner Str. 24
Lesung:
“Retrofieber. Wenn Neonazis ostdeutsche Straßen wiedererobern”
mit Sören Kohlhuber (Journalist)

17.11. 18 Uhr Modernes Theater Oderland Ziegelstraße 28a
Theater:
A-wie Aufklärung
ein Stück über Verfassungsschutz und NSU, präsentiert vom Nö-Theater

25.11. 19 Uhr Kontaktladen Berliner Str. 24
Infoveranstaltung:
“Der III. Weg” in Brandenburg
mit Antifaschist*innen aus Brandenburg

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